Antworten der Bundesregierung auf Fragen der Bundestagsabgeordneten Bettina Herlitzius lassen neue Hoffnung für die überlastete Bahnstrecke Aachen-Köln aufkeimen, werfen aber auch neue Fragen auf.
Der durchgehende dreigleisige Ausbau der Bahnstrecke Aachen-Köln ist seit Langem eine der Hauptforderungen der grünen Bundestagsabgeordneten Bettina Herlitzius für die Region. Eine Studie der Ingenieurgruppe IVV hatte vor einem Jahr noch einmal deutlich gezeigt, dass die Strecke in naher Zukunft an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen wird.
Trotzdem schien die, inzwischen einhellige, Forderung aus der Region nach einem durchgehenden dreigleisigen Ausbau bei Minister Ramsauer in Berlin auf taube Ohren zu stoßen. Desto mehr überrascht nun die Antwort der Bundesregierung auf schriftliche Fragen der Abgeordneten Bettina Herlitzius. Darin gibt die Bundesregierung an, dass bereits im August 2009 Mittel in Höhe von 637.000 Euro für “kapazitätssteigernde Maßnahmen” (u.a. Überholgleise) in den Bahnhöfen Eschweiler und Aachen Rothe Erde bereit gestellt wurden.
Die Bereitstellung dieser Mittel überraschte die grüne Bundestagsabgeordnete ebenso wie andere Verkehrsexperten in der Region.
Bettina Herlitzius MdB:
“Das ist grundsätzlich ein positives Signal. Durch den Bau der Überholgleise könnte zumindest eine zeitweilige Entlastung der Strecke erreicht werden.
Die Antwort der Bundesregierung wirft aber auch neue Fragen auf:
Die Gelder stehen offensichtlich schon seit zweieinhalb Jahren bereit. Wieso haben die Verantwortlichen bis heute noch nicht mit der konkreten Planung der dringend notwendigen Baumaßnahmen begonnen?
Zudem werden die Gelder nicht ausreichen um den Bau der Überholgleise zu realisieren. Ein Kilometer Bahngleise kostet circa eine Millionen Euro; ohne Elektrifizierung und Weichen. Es müssen also unbedingt ausreichende Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden, damit aus den Überholgleisen kein Abstellgleis wird!”
Martine Kremer, Sprecherin des Kreisverbandes Aachen von Bündnis 90/Die Grünen:
“Ich hoffe, dass möglichst zeitnah mit dem Bau der Überholgleise begonnen wird. Trotzdem ist klar, dass diese Maßnahmen nur mittelfristig Abhilfe schaffen können. Auf lange Sicht muss ein durchgehender dreigleisiger Ausbau der Strecke weiter das Ziel sein!”
Marc Peters, Sprecher des Kreisverbandes Aachen von Bündnis 90/Die Grünen:
“Wir wollen die Bahn als ältesten Träger der Elektromobilität weiter ausbauen. Daher setzen wir uns auch konsequent für eine zukunftsfähige Infrastruktur ein. Das durchgehende dritte Gleis zwischen Aachen und Köln bleibt eine der verkehrspolitischen Hauptforderungen der Grünen in der Region.”
